Ratgeber · Stand August 2026
PV-Überschuss sinnvoll nutzen.
Einspeisen bringt immer weniger. Hier ist der ehrliche Vergleich aller Möglichkeiten, was dein Überschussstrom stattdessen leisten kann – mit Kosten, Grenzen und echten Zahlen.
Ausgangslage
Warum sich die Frage 2026 neu stellt.
Jahrelang war die Antwort einfach: Überschuss ins Netz, Vergütung kassieren. Diese Rechnung kippt gerade. In Deutschland liegt die Einspeisevergütung für neue Anlagen bis 10 kWp bei rund 7,8 Cent je Kilowattstunde – und in Stunden mit negativen Börsenpreisen gibt es für Neuanlagen seit dem Solarspitzengesetz gar nichts mehr.
In Österreich ist der OeMAG-Tarif auf die gesetzliche Untergrenze von rund 6,8 Cent gefallen. Gleichzeitig kostet Netzstrom je nach Land und Tarif rund 22 bis 38 Cent – in Österreich meist 22 bis 30, in Deutschland oft deutlich mehr.
Jede selbst genutzte Kilowattstunde ist rund drei- bis viermal so viel wert wie eine eingespeiste.
Die Frage ist nur, welcher Verbraucher deinen Überschuss aufnimmt – und was passiert, wenn alle satt sind.
Der Vergleich
Sechs Möglichkeiten, ein System.
Keine davon ist „die eine Lösung“ – erst die Reihenfolge ergibt ein Ganzes.
Batteriespeicher
60–80 % EigenverbrauchDer Klassiker: verschiebt Überschuss vom Mittag in den Abend und hebt den Eigenverbrauch von typischen 25–35 % auf 60–80 %. Aber: Anschaffung ab mehreren tausend Euro, und an sonnigen Tagen ist der Speicher oft schon vormittags voll – der restliche Überschuss braucht trotzdem ein Ziel.
Für fast jeden sinnvoll – löst das Problem aber nur teilweise.
Warmwasser (Heizstab)
ab ca. 850 € installiertEin Heizstab im Warmwasserspeicher wandelt Überschuss in Wärme. Günstig in der Anschaffung (Gerät 50–400 €, installiert 850–2.300 €), aber begrenzt: Ist das Wasser heiß, ist Schluss – im Sommer oft schon nach ein bis zwei Stunden.
Gut als Baustein, besonders mit großem Warmwasserbedarf.
E-Auto laden (Überschussladen)
22–38 ct/kWh gespartEine intelligente Wallbox lädt das Auto nur mit dem gerade verfügbaren Überschuss. Jede so geladene Kilowattstunde ersetzt teuren Netzstrom. Voraussetzung: Das Auto steht tagsüber zu Hause – für Pendler oft genau dann nicht.
Stark, wenn das Auto mittags in der Garage steht.
Wärmepumpe
effizienter als jeder HeizstabMit Energiemanagement nutzt die Wärmepumpe Überschuss für Heizung und Warmwasser – pro Kilowattstunde Strom entstehen drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Der Haken: Im Sommer, wenn der meiste Überschuss anfällt, braucht sie kaum Energie.
Im Frühjahr und Herbst wirksam – im Sommer fast wirkungslos.
Energiegemeinschaft (AT)
12–20 ct/kWhIn Österreich kannst du Überschuss über eine Energiegemeinschaft direkt an Nachbarn verkaufen – deutlich über dem OeMAG-Tarif. Dafür braucht es Organisation, Mitstreiter und Geduld mit der Abwicklung; die Mengen bleiben meist klein.
Interessant, wenn es in deiner Gemeinde schon eine gibt.
Bitcoin-Miner
Ein Miner ist ein steuerbarer Verbraucher, der jede übrige Kilowattstunde aufnehmen kann – auch dann, wenn der Speicher voll, das Wasser heiß und das Auto weg ist. Er ist der einzige Baustein in dieser Liste, dessen Aufnahme du frei einstellst statt sie abzuwarten.
Damit das aufgeht, braucht es eine Steuerung, die den Überschuss am Wechselrichter mitliest und die Leistung stufenweise nachführt – und die auch wieder stoppt, wenn der Börsenpreis so hoch steht, dass Einspeisen die bessere Wahl ist. Dieses Prinzip heißt Überschuss-Mining.
Wichtig bleibt die Messlatte: Du rechnest gegen die entgangene Einspeisevergütung – nicht gegen Netz- oder Speicherstrom.
Der Rest-Überschuss-Verwerter: nimmt, was sonst niemand nimmt.

Fazit
Eine Reihenfolge, kein Entweder-oder.
Die stärkste Strategie ist eine Kaskade: Erst deckt der Überschuss den Haushalt, dann den Speicher, dann Warmwasser oder E-Auto. Das Problem daran ist der gute Tag – dann sind alle diese Stufen früh gesättigt, und genau dann produziert die Anlage am meisten.
Für diesen Rest gibt es zwei Wege: Du speist ihn zur niedrigen Vergütung ein – oder du hängst ans Ende der Kaskade eine Stufe, die nie satt wird. Genau da gehört der Miner hin: nicht statt Speicher, Warmwasser oder E-Auto, sondern nach ihnen.
Ob sich das für deine Anlage rechnet, hängt an deinem Überschussprofil. Deshalb steht am Ende dieses Ratgebers keine Pauschalzahl, sondern eine Rechnung mit deinen eigenen Werten: der PV-Mining-Rechner.

Die Steuerung dazu
Die letzte Stufe der Kaskade.
Für die Kilowattstunden, die keine andere Stufe mehr aufnimmt: Die MINEOMATBOX liest den Überschuss an deinem Wechselrichter aus und regelt deine Miner danach – nach den Regeln, die du ihr gibst. Sie läuft auf Home Assistant, lokal im Haus – ohne Cloud, ohne Abo.
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